Andersdenkende

Andersdenkende müssen sofort in die Schranken gewiesen werden, deshalb hatte der hiesige Bürgermeister den sächsischen Ministerpräsidenten zu Hilfe gerufen. Und der hatte glatt Zeit im Terminkalender, die Bürger von der Richtigkeit der großen Politik zu überzeugen. Ratz fatz stand ein kurzfristiger Termin.

Das ist auf jeden Fall besser als zu DDR-Zeiten. Da wurde erst diskutiert als Honnis Sonderzug schon abgefahren war. Angelas und Anettas Leute stellen das cleverer an.

Respekt

Ich habe prinzipiell erstmal Respekt vor jedem Menschen. Völlig egal, was er für einen Status oder welche politische Ausrichtung er hat. Zwar hatte ich den Ministerpräsidenten schonmal in Klingenthal erlebt, redegewandt, clever aber auch klar in der Abweisung von dann doch zu kritischen Fragen. Trotzdem wollte ich ihm nicht gleich mit der vollen Breitseite vor versammeltem Hause kommen.

Mir geht es nicht um Streit oder Krawall, sondern um Verständigung und eine gute Politik für unser Land und die Menschen, die schon länger hier wohnen. Denn ich bin der Ansicht, daß viel mehr in einem Boot sitzen als das denken. Vielleicht sogar Herr Kretschmer. Das wollte ich ausloten. Denn schließlich kann ich mir kaum vorstellen, daß selbst ein CDU-Mitglied nicht in einem Land gut und gerne leben will und vor allem auch kann, in dem Zustände wie im alten Rom herrschen. Also als Caligula fast sein Pferd zum Konsul ausgerufen hatte und das Imperium unter Schmerzen so nach und nach zerfiel.

Wahlwerbung?

Auch wenn mir manche Leute gesagt haben: der macht doch bloß Wahlwerbung für die CDU auf Steuerzahlers Kosten. Und ändern tut sich gar nichts. Die Leute werden zufrieden nach Hause gehen und wie immer die CDU wählen.

Egal, ich wollte ihn nicht vorführen und habe ihm deshalb meine Fragen nach der Veranstaltung gestellt. Die sich montags zufällig zusammenfindenden Bürger übergaben einen Ordner mit 80 Fragen quer Beet. Deswegen war ja die Veranstaltung auch anberaumt worden. Was allerdings nirgendwo mehr erwähnt wurde.

Die Antworten ließen auf sich warten. Ich weiß nicht, ob da schon was passiert ist. Meine Fragen sind – nach zwei Erinnerungsmails – nunmehr von der Sächsischen Staatskanzlei beantwortet worden. Um ganz ehrlich zu sein, ich hatte es erwartet, nicht zu meiner Zufriedenheit. Aber warum sollte sich der Ministerpräsident unseren Argumenten beugen? Oder gar recherchieren?

Um was es sich für Fragen handelte, und wie sie beantwortet wurden, erfährst Du in einem der nächsten Beiträge.

Andersdenkende haben auch andere Fragen.

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